In die „Kristallkammer" des Winters
– Winterweg St. Oswald - Höhenbrunn - Siebenellen

Es gibt nicht wenige Natur- und Wanderfreunde, denen der Winter zutiefst zuwider ist: Diese lichtlose Zeit, in der die Tage kurz sind, eine Jahreszeit, die scheinbar nur Behinderungen bringt und in der viele mit sich und der Natur nichts anzufangen wissen. Die Lösung dieses „Problems" könnten Winterwanderwege sein. Die Gemeinde St.Oswald- Riedlhütte bietet Einheimischen wie Gästen ein umfangreiches Netz von solch geräumten Wanderwegen, auf denen man bei Schneelage die Landschaft durchstreifen kann, die frische prickelnde Winterluft genießen kann. Sie stellen den Kontakt zwischen Mensch und Natur für Nicht-Skifahrer wieder her. Schneereichtum und anhaltende Kälte sind für den Waldwinter charakteristisch, wenngleich auch das Sprichwort „Dreiviertel Jahr lang Winter und ein Vierteljahr kalt" stark übertrieben ist. Eine große Rolle spielt dabei der Böhmwind, der bisweilen kontinentale Kaltluft aus dem Osten heranführt und Wälder, Gehöfte und Fluren einsam werden lässt. Dennoch, der Wald im Winter ist eine Lust - für den beschaulichen Wanderer ebenso wie für den sportlich aktiven Langläufer. Geradezu vorbildlich und ideal, wenn man eine richtige Winterlandschaft erleben will, sind hierzu die im Vorfeld bzw. im Randbereich des Nationalparks zahlreich geräumten Winterwanderwege.


Am Klosterfilz

In den Wäldern sind die Wetterseiten der Baumstämme nun mit gefrorenen Schneestreifenverziert, die der Sturmwind an die raue Rinde gepeitscht hat; sie sind über Nacht zu eisigen Krusten gefroren. Und drunten in der moorigen Senke des Klosterfilzes überzieht zudem der Glanz von Schneekristallen alles, was von Sonnenstrahlen bislang noch nicht erreicht wurde: stehen gebliebene Samenstände und Stängel der Engelswurz sind nun von einem filigranen Kristallrasen überzogen und wie in einem geheimen Märchenreich, tasten wir uns von Waldwiese zu Waldwiese, wie sie unser Wanderweg nacheinander tangiert. Auf starren Halmen glitzern Schneekristalle als wären sie von unsagbar feiner Hand gestaltet. Hier unten hat die Natur Zeit und kann geduldig mehrere Zentimeter große Firnkristalle ausbilden, dreieckig und mit feinen Fiederstrukturen, Kunstwerke im Kleinen.


Zwischenstation in Siebenellen

Eine aufgeschreckte Krähe fliegt auf und streicht der nahen Lichtung zu. Da und dort entdecken wir eine Fährte, manche eindeutig zuzuordnen, manche dagegen rätselhaft und geheimnisvoll - war es ein Fuchs oder gar ein Luchs? Eine unendliche Stille ist der Begleiter hier am Rand des Klosterfilzes. Ganz anderes dann die Situation in Siebenellen. Hier treffen wir auf die Langlaufloipe, Skifahrer beleben nun die Szenerie und bis man sich versieht, findet man sich in Siebenellen in der Wirtsstube wieder. So eine Zwischenrast dient dem Gemüt, der Gemütlichkeit und gehört einfach dazu, sei sie nun als Kaffee- oder Glühweinpause gestaltet. Bloß beim „Jagatee" muss man aufpassen, damit es am Ende nicht so ist, dass man keine Lust mehr hat, weiter zu gehen ...!


Ausgangspunkt

Ortskern von St. Oswald; Parkplatz an der Klosterallee


Wegbeschreibung

Man wende sich auf der Ortsdurchfahrt („Goldener Steig") Richtung Süden und biege, wenn man am Sportplatz vorbeigekommen ist, in die Ortsstraße „Hufau" ein. In deren Verlängerung erreicht man einen geräumten Winterwanderweg, der am Rande des Hufholzes entlang zur Einöde Auwies führt und im weiteren Verlauf das Dorf Höhenbrunn erreicht. Die Ortsdurchfahrt wird etwas nach links versetzt überquert; durch den Ortsteil „Totenmann" kommt man zu zwei einzelnen Häusern am Waldrand, wo wir in den Kolbetwald eintauchen. Der Weg führt ins Tal, tangiert den Rand des Klosterfilzes und zwei kleinere Waldwiesen und verlässt in Siebenellen den Wald wieder. Hier muss die Kreisstraße (FRG 23) überquert werden. Vorbei an der Talstation des Skilifts treffen wir auf die Kreisstraße 52 (von St. Oswald nach Altschönau). Auch diese wird überquert. In einem weiten Bogen strebt die geräumte Wegstrecke nach St. Oswald zurück, wobei wir unter Nutzung der Ortsstraßen „Hoher Stein" und „Benediktinergasse" wieder den Ausgangspunkt erreichen.


Anforderungen

Der Rundweg hat eine Länge von 8 km, was unter Winterbedingungen einer Gehzeit von 3 Std. entspricht. Die zu überwindende Höhendifferenz beträgt ca. 100 Meter.

 

Einkehrmöglichkeiten bestehen in St. Oswald, Höhenbrunn und Siebenellen

 


 

Kartenmaterial:

Loipen- und Winterandern Nationalparkgemeinden - siehe Prospektbestellung

Weitere Infos:

Touristinformation St. Oswald-Riedlhütte, www.sankt-oswald-riedlhuette.com

 

 



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