Wintertour auf den Spuren der Eiszeit
– Große Panoramatour von Mauth nach Finsterau


Warm anziehen müssen sich Wanderer, die sich im Hochwinter aufmachen, den großen Winterrundweg durchs Mauther Gemeindegebiet zu wagen. Sind 19 Kilometer für manchen im Sommer schon strapaziös genug, so verlangt die winterliche Kälte zusätzlichen Tribut. Gute Ausrüstung und genügend heiße Getränke sind ein Muss. Aber auch wer es nicht ganz schafft und von Mauth ausgehend etwa nur bis zum Freilichtmuseum Finsterau vordringt, wird auf seine Kosten kommen. Auf der geräumten und kaum befahrenen Reschbachstraße geht es parallel zum Bachlauf Richtung Hacklsäge. Die meiste Zeit über ist es hier möglich einen Schlitten mitzuziehen, etwa um „schlappe" Nachwuchswanderer weiter zu transportieren...

 

Ziel Freilichtmuseum

Der Reschbach begleitet unsere Spur. Herrlich ist es an einem winterlichen verzauberten Wasserlauf entlang zu wandern. Sein Plätschern ist jetzt im Winter allerdings recht leise geworden, glitzernde Eiszapfen überziehen die runden Bachsteine und sein frisches („resches") Wasser muss sich nun seinen Weg dazwischen suchen. Schneelastige Erlen und Uferbüsche neigen sich über seinen Lauf. Auf einer Lichtung fällt dem aufmerksamen Wanderer alsbald ein wuchtiger Felsklotz auf, mit entsprechend ansehnlicher Schneehaube darauf. Manch einer würde achtlos daran vorbeigehen, stünde da nicht ein erläuterndes Schild daneben, denn mit diesem Felsen hat es eine besondere Bewandtnis - er kann Erdgeschichte erzählen. Der Block liefert letztlich den Beweis, dass während der Eiszeit die Gletscher wesentlich weiter in die Täler herunterreichen, als man bisher angenommen hatte und die vorbekannten Spuren annehmen ließen. Während der Eiszeit, die etwa vor 10 000 Jahren ihr Ende gefunden hatte, waren auch in den Kammlagen des Bayerischen Waldes kleinere Gletscher vorhanden gewesen, was nicht allgemein bekannt ist. Jener Findling wurde in einer Sandgrube freigelegt, aus der man Wegbaumaterial entnommen hatte und weist Verformungsspuren auf, die durch Gletscherschliff zustande kamen.


Kälte macht hungrig...

8 Kilometer sind es bis zum Freilichtmuseum in Finsterau. In den Wintermonaten vom 25. Dezember bis in den April hinein, ist es von 11.00 - 16.00 Uhr geöffnet. In der Stube der „Ehrn", wie das Museumswirtshaus heißt, aber auch in Cafe's im Umfeld des Museums, lässt sich gut einkehren, Kaffee trinken. Aufwärmen schadet nicht und Kälte macht hungrig.

Das Museum besteht seit 1980 und gibt ungeschönte Einblicke in das bäuerliche Leben im Bayerischen Wald, wie es einmal war. Die anheimelnde Atmosphäre, die man in mancher dieser Wohnstuben empfindet, kann allerdings nicht über die Kärglichkeit früherer Wohnkultur und die Anspruchslosigkeit früherer Generationen hinwegtäuschen.


Über die Reuten zurück nach Mauth

Auf dem sog. Zwechstweg wechseln wir die Talseite. Herrliche Aussichtspunkte erwarten uns von der Reutenstraße aus. Über das Tal des Roth- und Teufelsbach hinaus schweift der Blick hinaus in den Vorwald über nebelgefüllte Senken und wellige Höhen hinweg. Wieder tauchen wir ein in eine stille Winterlandschaft, in der die Natur noch wesentlich den Lauf der Dinge bestimmt.

Ausgangspunkt ist der (gebührenpflichtige) Parkplatz an der Dreikönigsloipe, der auch vom Igelbus angefahren wird. Ein guter Startpunkt wäre aber auch der Parkplatz am Freilichtmuseum Finsterau (ebenfalls Igelbushaltestelle).


Wegbeschreibung

Eine geräumte Nebenstraße entführt uns - immer am Rande des Nationalparks entlang - zum Freilichtmuseum Finsterau. Bergwärts geht es weiter, hinauf ins Dorf Finsterau. Beim Gasthof „Bärnriegel" wird die Buchwaldstraße überschritten; die Reutenstraße - wieder eine kaum befahrene Nebenstraße - leitet uns in weitem Bogen nach Hohenröhren weiter, dann Aufstieg nach Zwölfhäuser und Rückkehr nach Mauth via Goldener Steig.

 

Anforderungen

Der ausgewiesene, etwa 19 Kilometer lange Winterwanderweg bewegte sich auf geräumten, absolut verkehrsarmen oder - freien Nebenstraßen. Die Gehzeit ist - je nach Witterung - mit 5 bis 6 Stunden zu veranschlagen. Von Mauth aus geht man auf der Reschbachstraße in 2 Stunden zum Freilichtmuseum. Höhendifferenz zwischen Mauth und Finsterau etwa 160 Höhenmeter. Gute Winterausrüstung und warme Getränke sind unabdingbar. Gasthäuser zur Einkehr gibt es in Mauth, in und am Museumsdorf, sowie im Ortsbereich von Finsterau.

 


Textquelle: Wanderrevier Mauth-Finsterau ein Wanderführer von Peter Dillinger

 


 

 

Kartenmaterial: Loipen- und Winterandern Nationalparkgemeinden - siehe Prospektbestellung

Weitere Infos: Touristinformation Mauth, www.mauth.de

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